• Frank Bieser

Die perfekte Welle

Braucht man zum Wellenreiten ein Taschenmesser? Und was kommt nach der perfekten Welle?

Wellen kommen und gehen

Windsurfer, vor allem aber Wellenreiter sind ständig auf der Suche nach der perfekten Welle: Der einen Welle, die sie bei einem Sprung hoch hinaus katapultiert oder die sie in einem berauschenden Flow abreiten können.

Für Ökonomen sind Wellen oft nicht so spektakulär wie riesige Brecher vor Nazaré oder auf Hawai‘i. Aber genau wie Surfer verstehen sie die Regelmäßigkeit der Wellen. Keine ist die letzte, egal wie perfekt sie war.

Wellen erfassen auch unser Wirtschaftssystem. Ich möchte Ihnen das an einem praktischen Beispiel näherbringen.

Auf Messers Schneide

Das Schweizer Traditionsunternehmen Victorinox stellt unter anderem Messer her. Und das schon lange. Victorinox wurde 1884 vom Messerschmied Karl Elsener gegründet. Seitdem ist das Unternehmen im Besitz der Familie.

Eines der bekanntesten und beliebtesten Produkte ist das Schweizer Armeemesser, landläufig oft schlicht Taschenmesser genannt. Es war lange Zeit ein beliebtes Geschenk bei Schulabschlüssen, Firmenjubiläen oder Geburtstagen. Und für Victorinox war es auch ein Geschenk, da es innerhalb der starken Messersparte den größten Umsatzbeitrag lieferte.

Aber die Ereignisse des 11. September 2001 haben den Produkterfolg von einem Tag auf den anderen gestoppt. Danach war es nicht mehr erlaubt, Klingen an Bord eines Flugzeugs zu bringen – und ganz ehrlich: Ein Taschenmesser, das man nicht in der Tasche haben darf, verliert seine Existenzberechtigung.

„Kreative Zerstörung“

Die Firmenleitung von Victorinox musste reagieren. Und diese Reaktion war ebenso vehement wie nachhaltig beeindruckend. Anstatt ein hartes Kostenreduktionsprogramm zu fahren und massenhaft MitarbeiterInnen zu entlassen hat man in einem firmenweiten Prozess nach Innovationen gesucht. Pirmin Schilliger hat in seinem vielbeachteten Artikel in der Handelszeitung dafür den Begriff „Kreative Zerstörung“ geprägt.

Und man wurde fündig. Am Ende dieses Innovationsprozesses stand eine massive Produktdiversifikation, es wurden Reisegepäck, Bekleidung, Uhren und Parfums ins Portfolio übernommen und global vertrieben.

Das Resultat aus heutiger Sicht ist ein betriebswirtschaftlich gesundes Unternehmen, das auf erhebliche Umsatzsteigerungen schauen kann und gleichzeitig die Abhängigkeit von einer einzelnen Produktkategorie vermindert hat – ohne den Kernwert „Sicherung von Arbeitsplätzen“ zu opfern.

Inspiration

Das Beispiel Victorinox lehrt uns, was möglich wird, wenn EntscheiderInnen langfristig und nicht in Quartalen denken. Aber das ist kein singulärer Glücksfall, sondern das Resultat konsequent zukunftsgerichteten unternehmerischen Denkens und Handels, angeführt von Carl Elsener persönlich – dem Urenkel des Gründers. Dazu gehört auch das Bilden von finanziellen Rücklagen in guten Zeiten, wo eigentlich Feierstimmung herrscht - das „saving for rainy days“.

„nicht stabil, sondern widerstandsfähig“ [Victorinox]

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